Hier geht es um Tratsch & Klatsch über Blogger, Youtuber & Instagram-Sternchen


Sie sind nicht verbunden. Loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich

Rechtliche Situation Schleichwerbung in Youtube Videos

Neues Thema eröffnen  Eine Antwort erstellen

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten  Nachricht [Seite 1 von 1]

Gast


Gast
Pogorausch schrieb:
Früher hätten Youtuber die Produkte getestet und in die Kamera gehalten, um eine Review zu machen. Heute wird es geschickt in irgendwelche Routinen gepackt. Weil wenn sie es ja tääääääglich benutzen, finden sie das ja alles gut und ich muss es gleich kaufen.... Da kann ich mir auch die Werbespots im Fernsehen anschauen....

Ich frage mich seit langem, wie da die rechtliche Lage aussieht? Das erfüllt doch eigentlich alle Voraussetzungen für Schleichwerbung und die ist in Deutschland eigentlich nicht erlaubt. Läuft das nach dem Motto "Wo kein Kläger, da kein Richter" oder kann man es ihnen einfach so schlecht nachweisen?

(Definition von Schleichwerbung laut Richtlinie: „die Erwähnung oder Darstellung von Waren, Dienstleistungen, dem Namen, der Marke oder den Tätigkeiten eines Herstellers von Waren oder eines Erbringers von Dienstleistungen in Sendungen, wenn sie vom Mediendiensteanbieter absichtlich zu Werbezwecken vorgesehen ist und die Allgemeinheit über ihren eigentlichen Zweck irreführen kann. Eine Erwähnung oder Darstellung gilt insbesondere dann als beabsichtigt, wenn sie gegen Entgelt oder eine ähnliche Gegenleistung erfolgt.“)

mandelnuss

avatar
Da muss man nicht nur die Definition von Schleichwerbung ansehen, sondern auch, um welches Medium es sich handelt... und das ist eben überall unterschiedlich. Youtube is Grauzone...

Gast


Gast
Die Definition bezieht sich auf "audiovisuelle Mediendienste", das schließt YT ja nicht per se aus. Inwiefern ist das "überall untschiedlich"?
Viele andere Regeln (z.B. Impressumspflicht) greifen ja auch.

mandelnuss

avatar
Aus welchem Gesetz ist das? Telemedien?

Gast


Gast
laut Wiki: "Die Richtlinie 2010/13/EU des Europäischen Parlaments und des Rates über audiovisuelle Mediendienste (sog. AVMD-Richtlinie)"

Schleichwerbung ist auch noch im UWG (§4 Nr. 3) geregelt und dort wird das Medium gar nicht definiert.

Aber so tief bin ich jetzt nicht in die Materie vorgedrungen. Ich dachte nur, es hätte sich da vielleicht schon mal jemand damit beschäftigt.

WeeDram

avatar
Zu der Schleichwerbung:

Ich kann mal gucken, ob ich die entsprechenden Uniunterlagen noch hab, hab Medien studiert. Ich meine mich zu erinnern dass wir in Medienbetriebslehre und co. lernten, dass Schleichwerbung erst ab einem gewissen Wert kennzeichungspflichtig ist, aber ich gucke morgen mal nach. Der Paragraf per se ist aber richtig Smile

mandelnuss

avatar
"Rein rechtlich gesehen ist das nicht so leicht angreifbar: „Wir bewegen uns hier in einer Grauzone“, stellt der Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht Dr. Jens Eckhardt fest. „Solange es sich um Privatpersonen handelt, die quasi in ihrer Freizeit Anderen ein Produkt empfehlen, greifen die – vereinfacht gesagt – ‚Wettbewerbsgesetze’ nicht, da diese auf geschäftliches Handeln abzielen.Ein Verstoß gegen das Gesetz liegt dann nicht vor.“ Der Stempel „Werbung“ müsse beispielsweise nur dann draufstehen, wenn es sich um eine so genannte redaktionelle Tätigkeit handelt, wie zum Beispiel bei Produkttests in Magazinen. Ob diese Voraussetzung bei Youtube-Videos gegeben ist, dazu bestünde laut Dr. Eckhardt „bisher keine gefestigte Rechtspraxis“."
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.schleichwerbung-auf-videoportalen-die-bauernfaenger-20.4e2dd1a3-9006-4fa0-9de1-d6ce89be0a50.html

Hier steht auch richtig viel:
http://www.e-recht24.de/artikel/marketing-seo/7573-gekaufte-fans-bezahlte-blogposts.html

WeeDram

avatar
Okay, Wikipedia hats schneller

"Im Internet gelten die Regelungen des Telemediengesetzes, die ebenfalls durch den Rundfunkstaatsvertrag übernommen wurden. Hier wird lediglich auf das Transparenzgebot hingewiesen."

Demnach:
"Das Transparenzgebot besagt, dass werbliche Inhalte, die von den Nutzern als eine objektive und unabhängige Informatio wahrgenommen werden könnten, deutlich als Werbung zu kennzeichnen sind. Das Transparenzgebot ist insbesondere in Blogs zu beachten."

Das Transparenzgebot an sich (§8 Telemediengesetz) lautet ganz simpel

(1) Der werbliche Charakter von Werbemaßnahmen darf nicht verschleiert werden.

(2) Anzeigen, die von einem Unternehmen bezahlt oder geschaltet werden, sind so zu gestalten, dass sie nicht mit unabhängigen redaktionellen Beiträgen verwechselt werden können.

(3) Bei Veröffentlichungen Dritter über Arzneimittel und ihren Gebrauch, die von einem Unternehmen ganz oder teilweise finanziert werden, muss dafür Sorge getragen werden, dass diese Veröffentlichungen einen deutlichen Hinweis auf die Finanzierung durch das Unternehmen enthalten.

(http://pharmakodex.sk-healthcare.de/fsa.php?page=46)

Ist an sich auch anwendbar auf alles andere, das hier war grad praktisch.

Per se - WENN es gesponsort ist MUSS sie es kenntlich machen.

mandelnuss

avatar
Ne, §6 des TMG ist das

http://www.gesetze-im-internet.de/tmg/__6.html

“Dass im Fernsehen redaktioneller Inhalt und Werbung getrennt werden muss, ist den meisten bekannt. Das sogenannte Trennungsgebot gilt jedoch auch für Telemedien und damit für Youtube-Videos. Nach § 6 Telemediengesetz muss kommerzielle Kommunikation klar als solche zu erkennen sein“, betont Rechtsanwältin Nina Diercks. Die Expertin für Online- und Medienrecht erklärt: Wenn ein Videoblogger die vorgestellten Produkte nicht aufgrund einer redaktionellen Entscheidung auswähle, sondern nach Maßgabe der Hersteller bespricht, “ist darin eine absatzfördernde Maßnahme des Herstellers zu erkennen.” Dies müsse als solche, bspw. durch das Einblenden des Logos des Herstellers und einem “sponsered by”, für den durchschnittlich informierten und verständigen Verbraucher erkennbar sein. Andernfalls handelt es sich schlicht um Werbung, die als redaktioneller Inhalt getarnt ist. Eine derartige Verschleierung von Werbung sei auch nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) unzulässig. In Folge dessen können Mitbewerber oder Verbraucherschutzzentralen derartige Werbung abmahnen.

Dass hier der Nachweis hier schwer zu führen ist, wissen auch die Landesmedienanstalten und die zuständigen Medienpolitiker der Länder, letztere arbeiten bereits an einer Weiterentwicklung des deutschen Medienrechts. Der Rundfunkstaatsvertrag soll zu einer Medienordnung ausgebaut werden, die den Bedingungen des heutigen Medienkonsums entspricht. "
Quelle: http://blog.zdf.de/hyperland/2013/07/onlinevideo-kaufe-gutes-und-rede-darueber/


Ich denke der untere Absatz ist der wichtigste

WeeDram

avatar
ah, guck - hätt ich mich auf meine Uniunterlagen verlassen und die gesucht.

Na, kommt alles auf ähnliches raus - sie müssen es eigentlich kennzeichnen, wenn nicht darf man sie abmahnen bzw. sich an die Verbraucherzentrale wenden.
Ich fürchte nur das scheitert an der Durchführung, weil gefühlt viele da YT gar nicht auf dem Schirm haben...

Gast


Gast
Danke euch für die Recherche und das Zusammentragen der Links!

Ist also tatsächlich so, dass sie gewissermaßen noch vom "Neuland" profitieren.

Lama


Man müsste sich dafür an die Landesmedienanstalt wenden - aus der Zeit von 9live und Co weiß ich, dass deren Mühlen seltsam mahlen.

Bei Interesse schaut mal bei den Grünen Gnomen vorbei - alte Threads. www.citv.nl



Zuletzt von Lama am Mi Feb 26 2014, 05:43 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Mahlen ohne h geschrieben - schlimm.)

hackfress

avatar

ascheprinzessin

avatar
Krass, finde ich super, dass da langsam wirklich mal rechtliche Schritte eingeleitet werden, statt immer nur zu sagen "Das Internet ist kein rechtsfreier Raum".

Gesponserte Inhalte


Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben  Nachricht [Seite 1 von 1]

Neues Thema eröffnen  Eine Antwort erstellen

Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum antworten